VOLKSBÜHNE
Berlin
7 years after the revolution: What is next for Syria?
Mohammad Al Attar, Yassin al-Haj Saleh, Yasmine Merei
18.03.
Roter Salon

Diskurs
Eintritt frei!
In englischer Sprache

Der 18. März 2011 markiert das erste Aufblitzen der syrischen Revolution gegen eines der brutalsten totalitären Regime der Region. Aber schon bald sollte das Land in eine dunkle Zeit voller Bürger- und Stellvertreterkriege eintreten. Der Schriftsteller und Regimekritiker Yassin al-Haj Saleh, der syrische Dramatiker Mohammad Al Attar und die syrische Schriftstellerin und Redakteurin Yasmine Merei laden eine Gruppe syrischer und europäischer Experten und Schriftsteller ein, um Syriens schwierige Gegenwart und ungewisse Zukunft zu diskutieren.

Teil 1: 17-19 Uhr
Moderiert von Mohammad Al Attar
Sprecher: Thomas Pierret (Belgien), Kristin Helberg (Deutschland), Yassin al-Haj Saleh (Syrien)
Mit offener Fragerunde für das Publikum.

Teil 2: 19.30-21.30 Uhr
Moderiert von Yasmine Merei
Sprecher: Bassma Kodmani (Syrien), Nicolas Hénin (Frankreich), Mazen Darwish (Syrien)
Mit offener Fragerunde für das Publikum.

In Kooperation mit der Allianz Kulturstiftung.

Bild: Untitled. Zena El Abdallah

Thomas Pierret ist Leiter einer Forschungsgruppe am CNRS-IREMAM Aix-en-Provence. Er trägt einen Doktortitel in Politikwissenschaften von der Science Po Paris und der Universität Louvain. Er war Professor an der University of Edinburgh (2011-2017) und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Princeton University sowie am Zentrum Moderner Orient in Berlin. Seine Forschungsarbeit befasst sich mit Autorität und Ideologie im Sunnitentum sowie die Organisation und Bündnisstrategien der Rebellengruppen im syrischen Konflikt. Er ist Autor der Bücher Religion and State in Syria: The Sunni Ulama from Coup to Revolution (Religion und Staat in Syrien: Die sunnitische Ulema vom Putsch zur Revolution) (Cambridge University Press, 2013) und Co-Autor von Ethnographies of Islam (Ethnographien des Islam) (Edinburgh University Press, 2012). Zu seinen jüngsten Publikationen zählt Salafis at war in Syria. Logics of fragmentation and realignment (Salafisten im Krieg in Syrien. Logiken von Fragmentierung und Neuausrichtung), publiziert in Salafism after the Arab Awakening (Salafismus nach dem Arabischen Frühling) (Hurst, 2017).

Die Journalistin Kristin Helberg, geboren 1973, studierte in Hamburg Politikwissenschaften und Journalistik. Mehrere Jahre arbeitete sie für den NDR, bevor sie 2001 nach Damaskus ging. Bis 2008 berichtete sie von Syrien aus für deutsche, österreichische und Schweizer Medien. Heute lebt sie als Autorin und Nahostexpertin in Berlin. Im Herder Verlag erschienen von ihr Brennpunkt Syrien. Einblick in ein verschlossenes Land (2. Aufl. 2014) und Verzerrte Sichtweisen – Syrer bei uns. Von Ängsten, Missverständnissen und einem veränderten Land (2016). Im Juli 2018 kommt ihr neues Buch heraus: Der Syrien-Krieg. Lösung eines Weltkonflikts.

Yassin al-Haj Saleh, geboren 1961 in Raqqa, Syrien, war, aufgrund seiner Mitgliedschaft in einer kommunistischen Partei, die sich gegen Assads Regime stellt, in der Zeit von 1980 bis 1996 politischer Gefangener. Er ist Autor von sechs Büchern: Syria From Under Shades: Insights from Within the Black Box (Syrien im Schatten: Einblicke in eine Black Box) (2009), The Myths of the Successors: a Critique of Contemporary Islam and a Critique of the Critique (Die Mythen der Erben: Eine Kritik des zeitgenössischen Islam und eine Kritik der Kritik) (2011), Salvation, o Guys: 16 Years in the Syrian Prisons (Erlösung, oh Leute: 16 Jahre in syrischen Gefängnissen) (2012) und Walking on One Leg (Auf einem Bein gehen) (2012), Culture as Politics: Intellectuals and their Social Responsibility in the time of Monsters (Kultur wie Politik: Intellektuelle und ihre soziale Verantwortung in Zeiten von Monstern) (2016), The Impossible Revolution (Die unmögliche Revolution) (2017). Yassin al-Haj Saleh ist Mitbegründer der Jumhuriya Gruppe, die seit März 2012 über syrische Angelegenheiten reflektieren und schreiben: http://aljumhuriya.net/. Zudem wurde er 2012 mit dem Prinz Claus Preis ausgezeichnet. Derzeit arbeitet Yassin al-Haj Saleh als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Bassma Kodmani ist geschäftsführende Direktorin der Arabischen Reform Initiative und Dozentin für Internationale Beziehungen an der Pariser Universität. Sie war Senior Beraterin am Centre national de la recherche scientifique, Forschungsbeauftragte am CERI-Sciences Po, Beraterin der Académie Diplomatique Internationale und gastierende Forschungsbeauftragte am Collège de France. Von 1981 bis 1998 gründete und leitete sie das Mittlere Osten Programm am Institut Français des Relations Internationales (IFRI) in Paris. Ihren Doktortitel in Politikwissenschaften erhielt sie an der Science Po Paris. Sie schreibt und publiziert Bücher, Reportagen und Artikel über Konflikte, politische und sicherheitsbezogene Reformen und religiöse Autoritäten im Mittleren Osten. Kodmani trägt die Auszeichnung Chevalière de la Légion d’Honneur von Frankreich.

Nicolas Hénin hat einen Masterabschluss in Geschichte Internationaler Beziehungen von der Universität Paris 1 Panthéon Sorbonne sowie in Journalismus vom Institut pratique du journalisme, Paris. Hénin verbrachte den Großteil seines Lebens als freier Reporter, zuerst mit Sitz in Bagdad (2002-2004), dann in Amman (2004-2007). Anschließend erweiterte er seinen Einzugsbereich nach Afrika und befasste sich mit der gesamten MENA Region, größtenteils für das Nachrichtenmagazin Le Point und Arte. Er beschäftigte sich intensiv mit den Revolutionen des „Arabischen Frühling“ und reiste mehrfach nach Syrien, wo er in Raqqa von der Terrororganisation IS entführt und fast ein Jahr als Geisel genommen wurde. Er ist Autor verschiedener Essays, darunter Jihad Academy (Der IS und die Fehler des Westens: Warum wir den Terror militärisch nicht besiegen können).

Mazen Darwish ist ein syrischer Menschenrechtsaktivist und Journalist. Er absolvierte ein Studium in Jura an der Universität von Damaskus. Aktuell ist er Vorsitzender des Syrian Center for Media and Freedom of Expression (Syrisches Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit), das er 2004 in Damaskus gemeinsam mit anderen Aktivisten gründete. 2011 gründete Darwish zudem gemeinsam mit seinen Freunden und Aktivisten Razan Zeitouneh, Wael Hamada und Nazem Hammadi das Violations Documentation Center (Zentrum für Dokumentation von Rechtsverletzung), mit dem Ziel, Rechtsverletzungen des syrischen Regimes gegenüber friedlichen Demonstranten verfolgen zu können. Seit Beginn seiner Arbeit als Aktivist war Mazen Darwish mehrfach Festnahmen und Bedrängnissen durch das Assad-Regime ausgesetzt. Seine letzte Festnahme erfolgte am 16. Februar 2012; er verbrachte dreieinhalb Jahre in Haft. 2015, noch während seiner Haft, wurde Darwish der UNESCO-Preis für Pressefreiheit sowie, zusammen mit dem Schriftsteller Salman Rushdie, der PEN-Pinter-Preis verliehen.

Moderatoren:

Mohammad Al Attar ist ein syrischer Dramatiker und Essayist. An der Universität von Damaskus studierte er Englische Literatur sowie am Higher Institute of Dramatic Arts in Damaskus Theaterwissenschaften; später erhielt er einen Master-Abschluss an der Londoner Goldsmiths University in Angewandter Theaterwissenschaft. Seine Stücke Withdrawal, Online, Look at the street...this is what hope looks like, Could You Please Look into the Camera?, Intimacy, Antigone of Shatila, and While I was waiting wurden später auf Bühnen in London, New York, Seoul, Berlin, Brüssel, Tunesien, Athen und Beirut aufgeführt. Sein Stück Aleppo. A portrait of Absence wurde im September 2017 am HKW in Berlin gezeigt, während das Theaterstück Iphigenie zum Repertoire der Volksbühne gehört. Al Attar schreibt mit einem besonderen Fokus auf die syrische Revolution für zahlreiche Magazine und Zeitungen. Heute gilt er als wichtiger Chronist des vom Bürgerkrieg zerrissenen Syrien.

Yasmine Merei ist eine syrische Schriftstellerin und Journalistin. Sie ist Gründerin und Vorsitzende der Women for Common Spaces Initiative (Initiative Frauen für Gemeinschaftsräume) in Berlin und ist spezialisiert auf Angelegenheiten geflüchteter Frauen sowie Fragen der Integration. Sie ist zudem Chefredakteurin von Bawabat Souria, einem Onlinemagazin, das sich der aktuellen Situation in Syrien widmet. Von 2013 bis 2015 mitbegründete und moderierte sie das Forum of Knowledge and Freedom of Expression (Forum für Wissen und Meinungsfreiheit) in Gaziantep, Türkei. In diesem Forum diskutierte sie die politische Situation in Syrien mit Sprechern unterschiedlichen politischen, journalistischen oder akademischen Hintergrundes und eröffnete so einen ersten Dialog von Syrern im Exil. Von 2013 bis 2016 arbeitete sie als Redaktionsleiterin des Frauenmagazins Saiedet Souria.

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