VOLKSBÜHNE
Berlin
Mohammad Al Attar, Omar Abusaada
Iphigenie
30.09.–03.10.17
Tempelhof Hangar 5

Schauspiel
100 min
Arabisch mit deutschen und englischen Übertiteln

Immer mit Einführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn, Publikumsgespräch am 01. und 03.10. nach der Vorstellung

„In jedem Drama steckt ein Splitter Hoffnung“, sagt der in Berlin lebende syrische Schriftsteller Mohammad Al Attar. Die Theaterstücke, die er mit dem Regisseur Omar Abusaada entwickelt, verdichten die Erfahrungen des Krieges und was es bedeutet, sie auszuhalten. Theater ist ihr Werkzeug, die komplexe Realität dieses Krieges zu dekonstruieren. Mit Iphigenie vollenden sie nun ihr Antikenprojekt, das sich dem Leben vertriebener Frauen widmet. Auf die Adaptionen Trojan Women (Die Troerinnen, 2013) in Jordanien und Antigone of Shatila (2014) im Libanon folgt nun Iphigenie auf Tempelhof. Basierend auf Euripides fast 2500 Jahre altem Stück entwickeln sie Text und Bühnenbild gemeinsam mit einer Gruppe syrischer, in Berlin lebender Frauen. Im Dialog mit Euripides erheben sie an diesem Theaterabend ihre Stimmen und projizieren aus ihren Geschichten eine akute Realität auf die Bühne. Eine hyperrealistische, verdichtete Realität. Lassen sich Migrationsbewegungen als eine prekäre Form von Kosmopolitismus begreifen? Hier auf Tempelhof, in direkter Nachbarschaft zu einer der größten Flüchtlingsnotunterkünfte Berlins?

Die Darstellerinnen arbeiten mit dem Autor und Regisseur an einer persönlichen Überschreibung der griechischen Tragödie. Im Angesicht einer der größten Tragödien unserer Zeit.

Übertitel: Sprachspiel und Spectitular
Deutsche Übersetzung: Sandra Hetzl und Christopher Fares Köhler
Englische Übersetzung: Anna Galt
Einrichtung und Operator: Raman Khalaf

Ko-Produzent: Arab Fund for Arts and Culture (AFAC) im Rahmen der Arab European Creative Platform (AECP). Gefördert durch Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz, Arend und Brigitte Oetker, Heinz und Heide Dürr Stiftung, Charlotte von Koerber. In Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung und der Heinrich Böll Stiftung e.V.

http://www.arabculturefund.org

The Arab Fund for Arts and Culture (AFAC) was established in 2007 by local cultural lobbyists as an independent initiative that funds individuals and organizations in the fields of cinema, performing arts, literature, music and visual arts while facilitating cultural exchange, research and cooperation across the Arab world and globally.

Förderer




Besetzung

Mit: Alaa Naser, Nour Bou Ghawi, Layla Shandi, Sajeda Altaia, Diana Kadah, Bajan Aljeratly, Rahaf Salama, Hebatullah Alabdou

Dramaturgie: Mohammad Al Attar
Regie: Omar Abusaada
Bühne & Kostüme: Bissan Al-Charif
Schauspieltraining: Reham Alkassar
Video: Reem Al Ghazi
Licht: Christian Maith
Kamera: Mohammad Samer Alzajat
Regieassistenz: Amer Okdeh
Produktionskoordination: Ameenah Sawwan

Pressestimmmen

„Lauter wunderschöne, starke, kluge Frauen. Und sie haben – fast alle sind Laiendarstellerinnen – eine erstaunliche Bühnenpräsenz. Ihre Geschichten berühren, gerade in ihrer Alltäglichkeit. Dramatische Bootsüberfahrten und Folterszenen sucht man hier vergebens. Es geht um Einsamkeit und Freiheit, Liebe und Familie […] „Die Geschichten müssen raus“, heißt es einmal. Tatsächlich macht das, was man „Empowerment“ nennt, wohl die größte Stärke des Abends aus. Alle Erwartungen des Kulturbetriebs können die Darstellerinnen nicht erfüllen. Aber das ist wirklich nicht ihr Problem.“ Süddeutsche Zeitung

Mounia Meiborg, 01.10.17

„Wir sehen, was sich in den Gesichtern abspielt wie unter einer Lupe. Und von Laientheater zu sprechen ist absolut unangebracht, denn offenbar wurde sehr geduldig schauspielerisch gearbeitet. Nichts wirkt einstudiert und aufgesagt, der Dialog entspinnt sich scheinbar im Augenblick. Kleine Pointen werden belächelt, als kämen sie aus dem Moment. Blicke verdüstern sich, Gedanken werden weggezwinkert. Einmal rollt auch eine Träne die Wange herab. Dies aber, als eine Kandidatin ein paar Verse von Euripides spricht […] und der gestaltete tragische Konflikt, der jedes individuelle Leben in die Zange nimmt, seine Wucht entfaltet. Applaus für Iphigenie.“ Berliner Zeitung

Ulrich Seidler, 01.10.17

"Aufmüpfige Ehrlichkeit bei der Selbstbeschreibung, vorsichtige Konzentration beim Ausdruck - diese Haltungen machen den Volksbühnen-Abend besonders. Dass diese Frauen "Geflüchtete" sind, spielt nämlich nur von Ferne eine Rosse. Vor allem sind es junge Frauen mit quirligem Innenleben und großer Inszenierungslust. Sie spielen mutikg mit sich selbst, stellen nicht vorwurfsvoll etwas für andere dar. Ihr Erlebts unterlegt nicht den Gegenstand, sondern bildet selbst das Geschehen - Dokumentartheater im besten, weil unzweideutigen Sinne." Frankfurter Allgemeine Zeitung

Simon Strauss, 04.10.17

Medien

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