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Illustration: Hannah Göppel, Silke Herwig

Die Orestie
von Thorleifur Örn Arnarsson
nach Aischylos

Schauspiel
Deutsch mit englischen Übertiteln

„Ein gottverhasstes, Götterhassendes Haus. / Ja! Mitwisser von vielerlei / Verwandtenmord, durchschnittene Kehlen – / ein Menschenschlachthaus, / und sein Boden schwimmt im Blut.“

Die Orestie des Aischylos, bestehend aus den drei Teilen „Agamemnon“, „Choephoren“ und „Eumeniden“, ist die erste überlieferte Tragödientrilogie und entstand kurz nach politischen Umwälzungen in Athen hin zur weltgeschichtlich ersten demokratischen Staatsordnung. Agamemnon, Anführer des griechischen Heeres im Trojanischen Krieg, kehrt, nachdem er seine Tochter Iphigenie für die Unterstützung der Götter geopfert hat, nach langen Jahren nach Hause zurück und wird durch seine Gattin Klytaimestra ermordet. Dies sühnt ihr Sohn Orest und tötet seine Mutter. Dieser Kreislauf aus Mord und Rache führt ihn schließlich vor ein Bürgergericht und endet durch göttliches Eingreifen mit einem Freispruch.

„Ich sage nichts mehr. / Ein Stier steht mir auf der Zunge. / Ich verbrenn’ mir nicht das Maul. / Wenn dieses Haus selbst / eine Stimme hätte, es würde nur zu deutlich sprechen.“

Ein Lamentieren über das schier endlose Warten, selbst die Seherin bleibt stumm. Krieger spielen Demokraten. Entscheidungen fallen für die Menschen und gegen die Götter. Kassandra findet ihre Stimme wieder und verkündet die Katastrophe. Clowns und Narren, Künstler und Politiker, Wissenschaftler – ein gemeinsamer Untergang der Welt. Der Endpunkt der Zeit wird zu einem Anfang der Geschichte. Die Seherin spricht und jeder möchte ihr glauben. Kein Ende in Sicht? Kein neuer Anfang? Kein Ende.

„Niemals brülle / das unersättlichste aller Übel, / der Bürgerkrieg, durch diese Stadt, / das wünsche ich ihr, / und hat der Staub einmal / das schwarze Blut der Bürger getrunken, / so fordere er nicht in rasender Rachsucht / – Mord für Mord – / Vergeltung in der Stadt.“

Mit prüfendem Blick auf unsere Gesellschaft verhandeln und hinterfragen sich Szenarien von Gewalt und Macht, der Gewalt des Staates und jedes Einzelnen in einem grundsätzlichen Aufeinanderprallen von Standpunkten und Werten.

Besetzung
Mit: Sólveig Arnarsdóttir, Johanna Bantzer, Sarah Franke, Katja Gaudard, Sebastian Grünewald, Daniel Nerlich, Silvia Rieger, Sarah Maria Sander, Sylvana Seddig, Hubert Wild

Musiker: Gabriel Cazes, Sir Henry

Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Ann-Christine Müller
Kostüme: Mona Ulrich
Musik: Gabriel Cazes
Video: Voxi Bärenklau
Licht: Kevin Sock
Dramaturgie: Ulf Frötzschner

01.10.20, 19:30
* Premiere
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02.10.20, 19:30
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03.10.20, 19:30
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24.10.20, 19:30
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25.10.20, 18:00
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