de / en
Dead-end Jobs:
Precarious Work in Central and Eastern Europe and Beyond
31.03.

Diskurs
In englischer Sprache

Eine Veranstaltung des transkulturellen Festivals POSTWEST

Mit: Caspar Dohmen (Journalist und Autor, Berlin), Michal Hába (Theaterregisseur, Prag), Apolena Rychlíková (Filmregisseurin, Prag) u.a.
Moderation: Gabriele Freitag (Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde, Berlin)

Sie arbeiten auf Schlachthöfen und in Großwäschereien, als Müllsortierer*innen, Kassierer*innen oder am Fließband. Ungeregelte Arbeitszeiten, Nachtschichten, Löhne, die kaum für das Existenzminimum reichen, gesundheitsgefährdende und gefährliche Arbeit – der Alltag von Hunderttausenden im östlichen Europa, aber auch von Arbeitsmigrant*innen in Deutschland. Ausgerechnet Rechtspopulist*innen gehen auf Stimmenfang, in dem sie sich zu Beschützer*innen der Armen erklären. Doch was kann wirklich getan werden, um die Arbeits- und Lebensbedingungen jener zu verbessern, ohne deren Wirken moderne Gesellschaften nicht funktionieren würden? Welche Rolle spielt dabei die Sichtbarmachung dieser Missstände mithilfe von journalistischen und künstlerischen Mitteln? Die investigative Journalistin Saša Uhlová machte Erfahrungen mit den gesetzeswidrigen Arbeitsbedingungen von Niedriglohnverdiener*innen in Tschechien, indem sie selbst für einige Monate in verschiedenen Betrieben arbeitete und dort mit versteckter Kamera filmte. Mit ihrer Artikelserie The Heroes of Capitalist Labour sowie mit dem Dokumentarfilm The Limits of Work, in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Apolena Rychlíková, verschaffte sie der Lebensrealität der Arbeiter*innen gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Für das transkulturelle Festival POSTWEST, bringt der Theaterregisseur Michal Hába The Heroes of Capitalist Labour erstmals auf eine Bühne.

Caspar Dohmen ist Wirtschaftsjournalist und Autor zahlreicher Bücher über die Schattenseiten der globalen Ökonomie. Zuletzt erschien von ihm: Schattenwirtschaft. Die Macht der illegalen Märkte (2019), Das Prinzip Fair Trade (2017) und Proftigier ohne Grenzen. Wenn Arbeit nichts mehr wert ist und Menschenrechte auf der Strecke bleiben (2016).

Gabriele Freitag leitet die Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO). Zuvor war sie unter anderem als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, als Programmbereichsleiterin der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" und als Geschäftsführerin der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies an der Freien Universität Berlin tätig.

In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde und dem Tschechischen Zentrum Berlin.

Gefördert durch die

Foto Quelle: Pixabay. Credit: anaterate

Kommende Veranstaltungen:
Der Weg aus der Nische? Belarussische Literatur und ihre Zukunft, 18.02.
Platform East: An Unholy Alliance? “Christian Values” and Anti-Gender Politics in Central and Eastern Europe, 26.02.
Platform East: Fragmente meiner Heimaten. Russischsprachige Migration in Deutschland, 18.03.
POSTWEST_Shot


31.03.20, 19:00
> Tickets

Vergangene Veranstaltungen

POSTWEST_Shot

Eine Veranstaltung des transkulturellen Festivals POSTWEST

Im Januar starten sie: die POSTWEST_Shots mit dem Ensemble! Mit künstlerischen Shots, kurz und knackig, leichtfüßig und experimentell, laden die Schauspieler*innen und Regieassistent*innen ein, bereits vor dem Festival im Mai das Diskursfeld „POSTWEST“ zu erkundigen. Los geht’s immer 40 Minuten vor Beginn einer Repertoirevorstellung im Großen Haus. Treffpunkt Kassenhalle, der Eintritt ist frei. Lasst euch überraschen!

Gefördert durch die

Die erste der vier Jahreszeiten
Impressionistische Miniaturen nach Sándor Márais Die vier Jahreszeiten

Mit: Katja Gaudard
08.02.20, 18:50

Er war ein Rastloser. Ein Ruheloser. In den 89 Jahren seines Lebens kreiste der Romancier Sándor Márai in immer weiteren Kreisen um seine Heimat Ungarn. Geboren in das Ende des langen 19. Jahrhunderts erlebte er zwei Weltkriege, den Faschismus, Sozialismus, wurde vertrieben und getrieben. Schreibend auf Deutsch, Italienisch, Englisch und dann doch immer wieder auf Ungarisch, versucht er sich die Welt aus sich selbst heraus und den Beobachtungen, die er trifft, zu erklären. Bis er schließlich nichts mehr erklären kann und sich im Alter von 89 in San Diego das Leben nimmt.

Márai ist ein Oxymoron als Autor und als Mensch. Zwischen Heimatverbundenheit und Ablehnung schwankend, lebt er als Reisender. Eine der wenigen Konstanten: der Wechsel der Jahreszeiten. Wo er auch ist, die Monate kehren wieder und wieder.

1938 erscheint der Band Die vier Jahreszeiten, in denen er seine wandelnde Welt in Monate zu sortieren versucht. Seine winzigen, feinen Erzählungen beschreiben Einsamkeit und Sehnsucht, Fern- und Heimweh. Gefühle, die wir alle haben; in Ost und West, mit festem Wohnsitz und ohne.

In vier Teilen folgen wir den Jahreszeiten Márais, unchronologisch wie sein Leben unsortiert war und doch mit der Klarheit und dem Zauber seiner Sprache.

Wir beginnen im Winter, wenn der Januar uns in die Betten fesselt und der Februar sich nur langsam aus dem Grau Richtung März begibt.

Künstlerische Einrichtung: Charlotte S. Garraway, Elif Sözer und Nina Lopac

Ordnung ist kein Teil unserer Verabredung mit der Zukunft!
Ausschnitte aus Brief an Demetriusz von Juliane Zöllner

Mit: Johanna Bantzer und Sir Henry
25.01.20, 18:50

„Ordnung ist eine Fiktion. Ordnung ist der Ursprung von allem Bösen. Gerade weil Ordnung für Realität gehalten wird. Ordnung jedenfalls macht, dass man nur das sieht, was ordentlich ist. Durch Ordnung missverstehen sich Menschen. Ordnung ist an Kindesmissbrauch, Sadismus, Intrige, Unterdrückung, Ausbeutung, Kapitalismus Schuld. Ordnung ist an Ordnung Schuld. Fast alle Kriege wurden durch Ordnung verursacht.“

Was macht eine Putzfrau, wenn sie nicht das tut, wofür ihr Name steht? Na, sie denkt und schreibt und entwirft ein Manifest, das ihren Berufsstand in den Grundfesten erschüttert.

„Man stelle sich ein Zimmer vor, in dem alle Uhren falsch gestellt sind: Das ist Ordnung. Ordnung ist kein Teil unserer Verabredung mit der Zukunft.“

Künstlerisch eingerichtet von: Jan Jordan und Eleonore Carrière

Mit herzlichem Dank an alle beteiligten Gewerke der Volksbühne Berlin.
Danke an Juliane Zöllner und den Verlag Matthes & Seitz Berlin.


Das neue Leben des Herrn Dracula und das einer Prophetin

Mit: Sarah Franke und Manolo Bertling
11.01.20, 18:50

„Heute wurde unter meiner Leitung der letzte Caisson unter dem Pfeiler des letzten Jochbogens einzementiert. Die Bauarbeiten an der größten Brücke, die das westliche Mitteleuropa mit dem nördlichen Osteuropa verbindet.“ – Endlich in Berlin angekommen, stellt sich trotz des Brückenerfolges das Tête-à-Tête Draculas mit einer Prophetin als schwere Krise heraus: „Mein Herz! Ich kriege keine Luft! Ich bin doch kein Mensch, ich kenne so etwas doch nicht! Und wo sind meine gierigen, bösen Gedanken zur Vernichtung dieses Menschenpacks?“

Künstlerische Einrichtung: Constanze Schüddekopf, Sabine Zielke, Eleonore Carrière

Herzlichen Dank an die Kolleginnen und Kollegen von Technik, Ton/Video, Beleuchtung, Maske, Requisite, Abenddienst.

Ivan Krastev: The Light That Failed – A Reckoning

Buchpremiere
Englisch mit deutscher Konsekutivübersetzung von Johannes Hampel

Eine Veranstaltung des transkulturellen Festivals POSTWEST

Anlässlich der deutschsprachigen Veröffentlichung von Das Licht, das erlosch – Eine Abrechnung spricht Susan Neiman (Direktorin des Einstein Forums, Potsdam) mit dem Autor Ivan Krastev über die Ursachen der aktuellen globalen Krisen.​

Mit dem Mauerfall und dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde das Modell freiheitlicher Demokratie vermeintlich alternativlos. Heute zerbricht die liberale Welt vor unseren Augen. Populismus, Nationalismus und die Abkehr von freiheitlichen Werten begleiten ihren Niedergang. Der Westen hat den Kalten Krieg gewonnen und doch seine politische Strahlkraft verloren. Wie konnte es dazu kommen?

In ihrer politischen Analyse Das Licht, das erlosch argumentieren Ivan Krastev und Stephen Holmes, dass sich das vermeintliche „Ende der Geschichte“ als der Beginn des „Zeitalters der Imitation“ entpuppt hat. Fast drei Jahrzehnte lang lautete der Imperativ für den Osten: „Imitiert den Westen!“ Dabei erwies sich, dass das Leben des Imitators zunehmend von Gefühlen der Unzulänglichkeit, Minderwertigkeit, Abhängigkeit und des Verlusts der eigenen Identität beherrscht wird.

Ivan Krastev,* 1965 in Bulgarien, ist Politikwissenschaftler. Krastev ist Vorsitzender des Centre for Liberal Strategies in Sofia und Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien, wo er den Schwerpunkt Die Zukunft der Demokratie leitet. Er schreibt für die internationale Ausgabe der New York Times. 2017 erschien sein Essay Europadämmerung.

Gefördert durch die

www.kulturstiftung-bund.de

Pressestimmen
"Ivan Krastev ist einer der großen europäischen Denker unserer Zeit." Timothy Snyder

"Krastev zu lesen ist ein Genuss, denn in seiner stilistischen Kunst finden die Liebe zur Literatur, die politische Illusionslosigkeit und die Schönheit des Gedankens zusammen." Elisabeth von Thadden, DIE ZEIT

"Ivan Krastev ist einer der führenden Intellektuellen Europas." Madeleine Albright

Diese Website setzt Cookies ein. Mehr darüber erfahren Sie in unseren Hinweisen zum Datenschutz. > Mehrx