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Foto: Ali Ghandtschi

TransInterQueerer Salon:
Jayrôme C. Robinet
25.03.

Diskurs
In deutscher Sprache

Worüber wir schreiben – trans* literarisch. „Ich bin Schriftsteller und es war schon klar, dass ich irgendwann meine eigenen Erfahrungen literarisch verarbeiten würde", kommentierte Jayrôme Robinet seine im letzten Jahr erschienene Autobiografie. Verspüren Transmenschen als die Unverstandenen, die sie meistens sind, deshalb ein besonderes Bedürfnis zu klären und aufzuklären, was das trans*Sein bedeutet? Jedenfalls verfügen sie über die exklusive Erfahrung, wie anders sich die Welt anfühlt, jetzt ein Mann und vorher eine Frau oder jetzt eine Frau und vorher ein Mann zu sein. Vielleicht, so glaubt Nora Eckert, Initiatorin des TransInterQueeren Salons, sind Transmenschen auch sensibler, wenn es um Rollenbilder und die daran geknüpften Erwartungen geht. Das sollte aber nicht heißen, dass trans* schon das ganze Leben ausmacht - und für einen Schriftsteller zumal. Die Frage ist nicht nur, was das trans*Sein mit dem Schriftsteller gemacht hat, sondern die Sprache überhaupt.

Jayrôme C. Robinet, geb. 1977 in Nordfrankreich. Veröffentlichte in Frankreich zwei Bände mit Erzählungen. 2015 erschien mit Das Licht ist weder gerecht noch ungerecht sein deutschsprachiges Debüt. Das gleichnamige Einpersonenstück feierte im selben Jahr Premiere am Maxim Gorki Theater. 2019 erschien sein autobiografischer Roman Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund. Er lebt seit 20 Jahren in Deutschland, wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Künste Berlin, wo er gerade über Performance Poetry in queerfeministischen Kontexten promoviert. Jayrôme Robinet lebt in Berlin.

Nora Eckert, geb. 1954 in Nürnberg, lebt seit 1973 in Berlin, ist Publizistin und trans*Aktivistin. Sie arbeitete journalistisch u.a. für Theater der Zeit, taz und Tagesspiegel und veröffentliche Bücher zu theatergeschichtlichen Themen - zuletzt Wer und was ist Hamlet?. Seit Anfang 2019 aktives Mitglied bei TransInterQueer e.V.


Der TransInterQueere Salon beschäftigt sich mit trans*, inter* und anderen queeren Lebensweisen in Berlin. Im Austausch mit Gästen aus der Berliner Community werden Räume geöffnet und Einblicke in gelebte Vielfalt ermöglicht. Jeden Abend wird eine andere Persönlichkeit in den Grünen Salon eingeladen, die in besonderer Weise für die Sichtbarkeit von trans* und queer in unserer Gesellschaft steht und in verschiedensten beruflichen Feldern tätig ist. Mit ihr sprechen wir über Lebenserfahrungen, Wünsche und die Arbeit, die noch getan werden muss, damit TransInterQueer-Menschen endlich nicht mehr nur als „das Andere“ wahrgenommen werden, sondern als die Bereicherung, die sie sind.

Der TransInterQueere Salon ist eine Kooperation zwischen TrIQ TransInterQueer e.V. und der Volksbühne Berlin. Die Reihe möchte dabei mehr sein als nur Plaudereien auf der sunny side of the street: ein Ausdruck für Gender-Politik und ein Plädoyer für eine gesellschaftliche Offenheit. Diverse Lebensweisen existieren keineswegs am Rand – wo Minderheiten gerne abgestellt oder vermutet werden –, sondern inmitten der Gesellschaft. Normalität heißt, jeder Mensch ist sein eigener Fall. Es lebe der Unterschied.

TrIQ TransInterQueer e.V. ist in Berlin seit 2006 als soziales Zentrum und gemeinnütziger Verein in Politik, Kultur und Forschung aktiv und setzt sich für trans*, inter* und queer lebende Menschen in Berlin und darüber hinaus ein. Angeboten werden psychosoziale und rechtliche Beratungen sowie Fort- und Weiterbildungen, das Transgender-Radio, Räume für weitere Gruppenangebote und eine Bibliothek.

Vergangene Veranstaltungen

TransInterQueerer Salon: Marian Hudek

Nora Eckert im Gespräch mit Marian Hudek

Was verrät uns die Stimme? Sie verrät jedenfalls mehr, als wir gemeinhin denken. Unsere ganze Persönlichkeit ist aus unserer Sprache und der Art unseres Sprechens zu entschlüsseln. Wir tragen unsere Seele sprichwörtlich auf der Zunge. Die menschliche Stimme kann alle Gefühle transportieren und ist wie ein Fingerabdruck einmalig. Durch sie werden wir letzten Endes als Frau oder Mann gehört/gelesen - zumindest in der binären Wahrnehmung des Anderen. Die Genderfrage - gekoppelt an die Persönlichkeit - ist immer auch eine Stimmfrage.

Marian Hudek, geb. 1968 in Schwerte, lebt seit 1989 in Berlin, holt hier sein Abitur nach und besucht zunächst eine Schauspielschule. Nach ersten Bühnen- und Filmerfahrungen entdeckt er sein besonderes Interesse für die Stimme, das ihn zu einer Ausbildung zum Atem-, Sprech- und Stimmlehrer veranlasst. Seit 2004 führt er eine eigene Praxis für Logopädie mit Schwerpunkt Stimmtherapie. Daneben beschäftigt er sich künstlerisch auch mit seiner eigenen Stimme und tritt mit einem eigenen Song-Repertoire auf.

Nora Eckert, geb. 1954 in Nürnberg, lebt seit 1973 in Berlin, ist Publizistin und trans*Aktivistin. Sie arbeitete journalistisch u.a. für Theater der Zeit, taz und Tagesspiegel und veröffentliche Bücher zu theatergeschichtlichen Themen - zuletzt Wer und was ist Hamlet?. Seit Anfang 2019 aktives Mitglied bei TransInterQueer e.V.

TransInterQueerer Salon: Zazie de Paris

Mit dem Namen Zazie de Paris verbindet sich ein halbes Jahrhundert Bühnenleben. In vielen Rollen hat sie sich selbst gespielt und auf diese Weise die Sichtbarkeit von trans* in unserer Gesellschaft gelebt, selbstbewusst und mit großer Verve. Im Grünen Salon spricht Zazie de Paris mit Nora Eckert über die Erfahrungen und Erlebnisse entlang ihres buchstäblich verkörperten Bühnenlebens.

Zazie de Paris, geb. in Paris, lebt seit 1974 in Berlin. Ballettausbildung an der Pariser Oper; seither Auftritte in zahlreichen Film- und Theaterproduktionen; langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Zadek. Zu ihrem Repertoire gehört seit vielen Jahren auch das Chanson. Seit 2013 wirkt sie in der Krimiserie Tatort mit. Sie engagiert sich in und für die queere Community und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

Nora Eckert, geb. 1954 in Nürnberg, lebt seit 1973 in Berlin, ist Publizistin und trans*Aktivistin. Sie arbeitete journalistisch u.a. für Theater der Zeit, taz und Tagesspiegel und veröffentliche Bücher zu theatergeschichtlichen Themen - zuletzt Wer und was ist Hamlet?. Seit Anfang 2019 aktives Mitglied bei TransInterQueer e.V.

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