de / en

Bianca van der Schoot, Suzan Boogaerdt

Suzan Boogaerdt und Bianca van der Schoot arbeiten seit ihrem Abschluss von der Schauspielabteilung der Amsterdamer Theaterschule zusammen und übernahmen 2016 die künstlerische Leitung des Rotterdamer Theaters. Gemeinsam inszenieren Suzan und Bianca expressives, körperliches und mutiges Theater mit klarer und starker Visualität. Ihre Produktionen beschäftigen sich mit den täglichen Kämpfen und Auseinandersetzungen innerhalb einer modernen höchst medialisierten Welt. Seit 2011 arbeiten die beiden Künstlerinnen an einer Serie namens Visual Statements, einer theatralen Darstellung von “la societé du spectacle” sowie der Rolle der Bildkultur in unseren Lebensrealitäten. Unser Universum besteht aus Abbildern, während das Reale langsam stirbt. Mit der Serie Visual Statements erschaffen Boogaerdt und Van der Schoot bahnbrechende und verstörende Inszenierungen mit ganz besonderem Stellenwert in der niederländischen Theaterwelt. 2017 stellten sie eine Auswahl der Serie auf der Biennale von Venedig vor. Zudem war die Porno-Performance BIMBO als optisches Statement im Sommer 2018 Europatour. 2019 wird das Duo ihre neue Serie Future Fossils veröffentlichen – ein tentakuläres Kunstprojekt über digitale Wesen in einer “nicht-menschlichen” Epoche. Die Performance Botanical Wasteland, die in Kooperation mit Touki Delphine entstand, ist der erste Teil dieser neuen Serie. Die Fortsetzung davon ist das Infectious Event, ein Tryptichon, das aus den Performances Botanical Wasteland, Walk of Things und Firebird besteht und das sie zusammen auf dem Oerol 2019 aufführen werden.

Die künstlerische Affinität zwischen Susanne Kennedy, Suzan Boogaerdt und Bianca van der Schoot ist ein “laufender Dialog” seit 2013 und schlägt sich seitdem nachhaltig auf die Arbeiten beider Parteien nieder. Aus gegenseitiger Neugier für die Arbeit der anderen entstand 2013 Hideous (wo)men in der Oostpool Coompany in Arnhem (deutsche Premiere: Münchner Kammerspiele, Februar 2015). Danach erarbeiteten sie gemeinsam die radikale Adaption der Orpheus-Legende ORFEO in Zusammenarbeit mit dem Solistenensemble Kaleidoskop für die Ruhrtriennale 2015. Suzan Boogaerdt und Bianca der Schoot waren zudem involviert in die Volksbühnen-Produktionen Women in Trouble (2017), Coming Society (2019) und ULTRAWORLD (2020).

Ihre Zusammenarbeit ist allerdings nicht begrenzt auf den Inhalt der gemeinsamen Inszenierungen, sondern umfasst zudem die Untersuchung von Formen mit Bezug auf Körperlichkeit: die technische Sicht auf den Körper als Objekt. In ihren Arbeitsansätzen erforschen die Künstlerinnen den Körper als Objekt im Raum, welches politisch aufgeladen wird durch seine Handlungen, aber noch öfter durch seine Unbeweglichkeit.

Boogaerdt/Van der Schoots Streben nach einem “neutralen Körper” als Projektionsfläche für unsere (Un)Menschlichkeit, beruhend auf dem mime-corporel, verbindet sich mit Kennedys Ansatz zum Körper auf der Bühne. Die Nutzung theatraler Instrumente wie Masken und Kostüme, die zur Depersonalisierung führt, ist entscheidend für die Bildwelten von Suzan Boogaerdt, Bianca van der Schoot und Susanne Kennedy. Ihre Zusammenarbeit bezieht sich auf den neutralen, depersonalisierten Körper, der den gemeinsamen Grund ihrer Darstellung der vergänglichen Natur der Menschheit bildet. Was bedeutet der Körper, vor allem der weibliche Körper heute und in dieser Zeit?

Aktuelle Produktionen

Vergangene Produktionen

Diese Website setzt Cookies ein. Mehr darüber erfahren Sie in unseren Hinweisen zum Datenschutz. > Mehrx