VOLKSBÜHNE
Berlin

Francis Kéré
Satellitentheater. Eine Utopie
25.08.17

Wie würde eine zeitgenössische Bühne aussehen, wenn man sie ganz neu bauen könnte? Zur Eröffnung hat Francis Kéré für den historischen Flughafen Tempelhof ein mobiles Theater entworfen. Der in Berlin lebende Architekt steht für radikal einfaches Bauen und gehört zu den wichtigsten Impulsgebern für eine ethische Wende in der Architektur. Aufgewachsen ist Kéré in einem kleinen westafrikanischen Dorf in Burkina Faso, ohne Strom und fließendes Wasser. Er begann eine Lehre als Schreiner. Ein Stipendium führte Kéré nach Deutschland, hier studierte er nach der Abendschule Architektur. Für seine Diplomarbeit sammelte er 50.000 Dollar und baute gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft eine Grundschule in seinem Heimatdorf. Für Christoph Schlingensief baut Kéré seit 2010 das Operndorf Afrika. Im Juni 2017 eröffnet der von ihm gestaltete Serpentine Pavilion in London. Das Satellitentheater ist ein bewegliches Objekt, dessen offene Komponenten sich flexibel auf die Bedürfnisse von Theater, Tanz und Musik einstellen lassen. Die sonst verdeckten, konstruktiven Elemente dieser auf das Wesentliche beschränkten Struktur bleiben sichtbar. Kérés modulares System ermöglicht es wechselnden Künstlern so, immer wieder neu mit der monumentalen Größe,Geschichte und Gegenwart des Flughafenhangars in Dialog zu treten. Es ist nicht nur eine einzigartige Bühne, sondern Akteur und Teil eines kollektiven Prozesses – um mit einer neuen Dynamik in die Stadtgesellschaft hineinzuwirken.

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