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Berlin

Apichatpong Weerasethakul

Apichatpong Weerasethakul, der 1970 in Bangkok geboren wird und in Chiang Mai im Norden Thailands lebt und arbeitet, ist ein Künstler und Filmregisseur, dessen Oeuvre den Raum zwischen Kino und zeitgenössischer Kunst überspannt und dabei sowohl persönliche wie auch gesellschaftliche Themen behandelt. Mit seinem experimentellen und innovativen Kino der Wiedergeburt, das über urbane und ländliche Gemeinden, Dokumentarisches und Fiktion, Schlaf und Aktion hinausweist, hat Weerasethakul die unabhängige Filmszene der vergangenen zwei Jahrzehnte zutiefst beeinflusst.

Er wächst in Khon Kaen in einer vom Reisanbau geprägten Region im ländlichen Nordosten Thailands auf und schließt 1994 sein Architekturstudium an der Universität Khon Kaen mit einem Bachelor ab. 1997 macht er seinen Master-Abschluss am Art Institute Chicago im Fach Film. 1999 ist er Mitbegründer der Filmproduktionsfirma Kick the Machine, die viele seiner eigenen Filme und auch andere experimentelle thailändische Filme und Videos produziert, die mit keiner Förderung durch die etablierte thailändische Filmindustrie rechnen können. Er beginnt 1994 damit, kurze Filme und Videos zu machen und vollendet 2000 seine erste längere Regiearbeit, Mysterious Object at Noon (Dokfah Nai Meu Maan, wörtlich: Dokfah in der Hand des Teufels). Im Jahr 2004 gewinnt sein Film Tropical Malady (2004) den Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes, und 2005 wird ihm vom thailändischen Kultusministerium einer von Thailands angesehensten Preisen für bildende Künstler, Silpatorn, verliehen. 2008 wird er der erste Künstler, der den Fine Prize bei der 55. Kunstausstellung Carnegie International in Pittsburgh, Pennsylvania, erhält. In demselben Jahr verleiht ihm der französische Kulturminister den Orden eines Chevalier des Arts et des Lettres (Ritter des Ordens der Kunst und der Literatur). Sein Film Syndromes and a Century, der gegen Ende des Jahres 2006 fertiggestellt wird, ist der erste thailändische Film, der für den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig ausgewählt wird.

Während der Entwicklung eines neuen Projekts mit dem Titel Loong Boonmee erhält der Regisseur den Auftrag für eine Videoinstallation, bei der es um das Dorf Nabua im Nordosten Thailands und seine lokale Legende eines räuberischen Witwen-Geists geht. Dort führte die thailändische Armee von den 1960er bis zum Anfang der 1980er Jahre einen grausamen Feldzug, um angebliche kommunistische Aktivitäten der Bauern zu unterdrücken. Weerasethakul nennt diese Installation Primitive (2009) – sie besteht aus einer großräumigen Videoinstallation, einem Kurzfilm, einem Künstlerbuch und einem Spielfilm, Loong Boonmee raleuk chat (Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben), der 2010 bei den 63. Filmfestspielen von Cannes eine Goldene Palme gewinnt. In ihrem endgültigen Stadium umfasst Primitive sieben Videos und mehrere Kurzfilme, insbesondere A Letter to Uncle Boonmee (Ein Brief an Onkel Boonmee) und Phantoms of Nabua (Geister von Nabua). Zu Weerasethakuls wichtigsten Ausstellungen gehören: Mirages, Tate Modern, London, (2016); Apichatpong Weerasethakul, Fireworks, SCAI Bathouse, Tokyo (2014); Photophobia, Stenersen Museet, Oslo (2013); Primitive, Hangar Bicocca, Milan (2013); Morakot (Emerald), UC Berkeley Art Museum, Berkeley (2013); For Tomorrow For Tonight, UCCA, Peking (2012); Apichatpong Weerasethakul: PRIMITIVE, The New Museum, New York (2011); Retrospektive Apichatpong Weerasethakul, Filmmuseum München, Münchner Stadtmuseum (2009).

Außerdem hat Weerasethakul an verschiedenen Ausstellungen teilgenommen, die in zwei- und mehrjährigen Abständen stattfinden, darunter die 11. Sharjah Biennial, Schardscha, Vereinigte Arabische Emirate (2013); dOCUMENTA (13), Kassel (2012); Singapore Biennial (2008); die 3. Guangzhou Triennial, China (2008); KunstFilmBiennale, Köln und Bonn (2007); die 5. Asia Pacific Triennial of Contemporary Art, Brisbane, Australien (2006/2007); Taipei Biennial, Taipeh (2004); 7. International Istanbul Biennial, Istanbul (2001) und die 1. Tirana Biennale, Tirana (2001).

Fever Room (2016), das auf der Grundlage von Bildern aus Weerasethakuls jüngstem Spielfilm Cemetery of Splendour (2015) aufbaut, ist seine erste Theaterproduktion.

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