VOLKSBÜHNE
Berlin

Albert Serra

Der katalanische Filmemacher Albert Serra, 1975 in Banyoles geboren, gilt sowohl als einer der jungen Meisterregisseure des zeitgenössischen Films als auch mit seiner Gesellschaft Andergraun als eine der kräftigsten Stimmen der unabhängigen europäischen Filmproduktion. In seinen Filmen, Installationen, Theateraufführungen und Performances hat Serra eine einzigartige Landschaft intensiver und provokativer historischer und literarischer Figuren wie Don Quichotte, Casanova, Ludwig XIV., Hitler, Fassbinder, Goethe and die Heiligen Drei Könige geschaffen, wo Klassizismus und Experimentieren ineinander übergehen, als wäre eines der Spiegel, in dem das andere auf natürliche Weise reflektiert wird.

Nachdem er 2006 in Literaturtheorie und Komparatistik an der Universität von Barcelona promoviert wird, schreibt, inszeniert und produziert Serra seinen ersten Spielfilm, Honor de cavalleria (Ehre der Ritter), der seine Premiere 2006 bei den Filmfestspielen in Cannes im Rahmen der Quinzaine des Réalisateurs hat. Im Jahr 2008 schreibt und inszeniert er El cant dels ocells (Vogelgesang), der ebenfalls seine Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes hat, zwei Jahre später gefolgt von Els Noms de Crist (Die Namen Christi), der bei der Ausstellung Esteu a punt per a la televisió? (Bist du bereit fürs Fernsehen?, Museum für zeitgenössische Kunst Barcelona, MACBA) vorgeführt wird und seine Premiere 2011 beim Filmfestival Locarno hat. Für den folgenden Spielfilm El senyor ha fet en mi meravelles (Der Herr hat Wunder in mir gewirkt), der für die Ausstellung Correspondències im Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (Zeitgenössisches Kulturzentrum von Barcelona) produziert wird und seine Premiere auch 2011 beim Filmfestival Locarno hat, erhält Serra in demselben Jahr den angesehenen LUMA Award, der ihm von der LUMA Foundation bei den Recontres d'Arles zugesprochen wird.

Im Jahr 2010 wird Albert Serra von dem Theaterdirektor Àlex Rigola eingeladen, sein Regiedebüt am Teatre Lliure in Barcelona zu machen, wo Serra zwei experimentelle Theaterstücke produziert, schreibt und inszeniert, Pulgasari und ein Jahr später, Més Enllà Dels Alps, wobei er seiner »Dramaturgie der Gegenwart« die Treue hält.

Auf Einladung der dOCUMENTA (13), eine neue Arbeit zu schaffen, realisiert er vor laufender Kamera eine bahnbrechende 101 Tage lange Performance mit dem Titel Els tres porquets (Die drei kleinen Schweinchen), die speziell für den Veranstaltungsort entworfen und in Kassel drei Monate lang aufgenommen wird und inzwischen zu einer monumentalen 101 Stunden langen Filminstallation zusammengeschnitten ist. 2013 schreibt und inszeniert er den Film Història de la meva mort (Geschichte meines Todes), der wiederum seine Premiere auf dem Filmfestival in Locarno hat und mit dem Goldenen Leopard für den besten Film ausgezeichnet wird. In demselben Jahr erteilt das Centre Pompidou in Paris Albert Serra carte blanche, und später in diesem Jahr wird eine Neuauflage der Retrospektive im Bozar, dem Palais des Beaux Arts in Brüssel, veranstaltet, wo er die Vorführung all seiner Filme, ein Gespräch mit Catherine Millet über die Spiritualität in Zurbarans Gemälden und eine Auswahl mystischer und religiöser Filme organisiert, die in der Brüsseler Cinematek gezeigt werden. Das Arsenal Institut in Berlin organisiert eine umfassende Retrospektive von Serras Filmographie mit Vorführungen von Spiel- und Kurzfilmen, Frage-Antwort-Runden und Debatten.

Im Jahr 2015 wird Albert Serras neues, von Chus Martinez kuratiertes Projekt Singularity, ausgewählt, um Katalonien bei der 56. Biennale di Venezia zu repräsentieren. Der Film, der als monumentale Installation mit fünf Leinwänden gedacht ist, wird vom Mai bis November 2015 in Venedig, im Dezember 2015 in Barcelona und im September 2016 beim Filmfestival in Toronto gezeigt. Ebenfalls 2015 wird eine große Überblicksschau von Albert Serras Werk unter dem Titel Divine Visionaries and Holy Fools (Göttliche Visionäre und Heilige Narren) in der Tate Modern in London veranstaltet. 2016 schreibt und inszeniert er La mort de Louis XIV (Der Tod von Ludwig XIV), einen Film über die letzten Tage des Sonnenkönigs, mit dem Nouvelle-vague-Star Jean-Pierre Léaud in der Hauptrolle. Der Film hat seine Premiere in der Offiziellen Auswahl des Filmfestival Cannes 2016 und wird im selben Jahr mit dem angesehenen Prix Jean Vigo ausgezeichnet. 2017 wird in Lissabon eine Retrospektive all seiner Spielfilme und Kunstwerke in der Cinemateca Portuguesa, im Palácio Pombal und in der Galeria Graça Brandao veranstaltet. Albert Serra ist derzeit mit den Vorbereitungen zu seinem neuen Spielfilm Ich bin Künstler über das Innenleben der Kunstwelt beschäftigt.

Albert Serra ist in zahlreichen Museen, Universitäten und Kulturzentren zu Vorträgen eingeladen worden, vor allem in Frankreich, wo er sehr geschätzt wird, aber auch in Spanien, der Schweiz, in Italien und den USA, wo er seine Filme unter anderem an den Universitäten von Harvard, Yale, Philadelphia, am California Institute of the Arts und am New Museum gezeigt und diskutiert hat.

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